Zum Gedenken an die Flutkatastrophe vor vier Jahren bieten die OFFENEN GÄRTEN am kommenden Wochenende drei besondere Führungen an
Eine Führung durch das Mündungsgebiet der Ahr, eine Führung durch den Garten des 1715 erbauten Burghauses von Altenahr und eine Führung durch Krälingen, wo der Helferstab nach der Flut 2021 gegründet wurde – mit drei besonderen und einmaligen Führungen startet das erste Juli-Wochenende Reihe OFFENE GÄRTEN DER AHR.
Am Vormittag des Samstag, 5. Juli, kann man mit dem Gästeführer Franz Scholles einen Rundgang durch das Naturschutzgebiet Ahrmündung in Kripp erleben. Es gilt als das einzige erhaltene natürliche bzw. renaturierte Mündungsgebiet eines Nebenflusses in den Rhein und zeichnet sich durch seine landschaftliche Schönheit und seine ökologische Bedeutung aus.
Das Naturschutzgebiet Ahrmündung war komplett überflutet und hat eine spannende Geschichte, die die Gäste erwartet.
Am Nachmittag des Samstags können Interessierte eine kaum bekannte Seite des zu Füßen der Ahr gelegenen und von der Flut schwer getroffenen Weinorts Altenahr kennen lernen. Rund um die Kulturdenkmäler im ältesten Siedlungskern von Altenahr, mit Blick auf die Burg Are, liegen Gärten, die von jahrhundertalten Geschichten erzählen könnten. Karin Luckey und der in Altenahr aufgewachsene Stefan Görres geben spannende Einblicke in das ‚Haus mit Garten‘, das im 14. Jh. als Teil des ehemaligen Burglehens Effelsberg erwähnt wurde. Kürzlich ist dieser Ort unter Denkmalschutz gestellt worden. Das Anwesen war Amtshaus, Kloster und Pfarrhaus; vielfach gemalt von den Malern der Romantik. Eine wechselvolle Geschichte also – rund um den Markt in Altenahr.
Wir öffnen ein Hoftor und zeigen, wie aus einem kleinen Innenhof in den letzten Jahren ein besonderer Garten zum Verweilen geworden ist‘, so Karin Luckey. Karin Luckey und Stefan Görres laden zum ersten Mal ein, in die Geschichte Altenahrs einzutauchen, gemeinsam Musik zu lauschen und Ideen zu teilen, wie ‚Lost Places‘ im Ahrtal naturnah neugestaltet werden könnten.
Die Flut im Ahrtal war für Karen Luckey persönlich „ein prägender Moment, Mahnung und Aufforderung zu Engagement und Verantwortung“.
Am Sonntag, 6. Juli, kann man den Ort Krälingen besuchen und eine persönliche Führung von Missy Motown bekommen – über die Folgen und Lektionen der Flut, den Helferstab und was heute wichtig bleibt, vier Jahre nach der Flut.
„Vier Jahre nach der Flut blicke ich auf eine intensive Zeit voller Schmerz, Verantwortung, aber auch Wachstum zurück. Es waren Jahre der Dauerkrise – emotional, organisatorisch, strukturell. Ich bin müde, ja, aber auch stolz. Stolz auf das, was wir trotz allem auf die Beine gestellt haben. Ich habe viel verloren – privat wie beruflich –, aber ich habe auch unfassbar viel gelernt. Die letzten Monate, insbesondere meine Zeit in Valencia, haben mir gezeigt, dass wir unsere Erfahrungen aus dem Ahrtal weitergeben müssen – nicht nur als Mahnung, sondern als Handlungsanleitung für andere Krisenräume. In Valencia durfte ich mit dem HelferStab neben dem operativen Helfen auch wissenschaftlich arbeiten, Methoden teilen und neue Konzepte mitentwickeln. Auch in Polen waren wir aktiv, um Strukturen der Spontanhilfe zu analysieren und mit unseren Erfahrungen aus der Zivilgesellschaft zu bereichern, sagt Missy für die OFFENEN GÄRTEN DER AHR.
„Am 6. Juli leite ich in Krälingen eine persönliche Führung – keine trockene Katastrophenkunde, sondern ein Blick hinter die Kulissen unserer gemeinsamen Geschichte. Ich erzähle von der Gründung des HelferStabs, der Dynamik der ersten Tage, aber auch von Fehlern, Entscheidungen, Wendepunkten. Es wird ein Gespräch auf Augenhöhe, mitten im Dorf, an Orten, die prägend waren. Für mich, für uns alle. Die Führung soll Mut machen – nicht nur rückblickend, sondern für das, was kommt.“
Offene Gärten der Ahr ist eine Reihe von kleinen Veranstaltungen, Führungen und Workshops in privaten Gärten im Ahrtal, die nach der Flut vom Diana Ivanova ins Leben gerufen wurde. Der besondere Fokus ist immer die kleine Anzahl der Besucher und die Möglichkeit zu Austausch und Vernetzen. „Das bleibt für viele betroffene Menschen ganz wichtig nach der Katastrophe“, sagt Ivanova, „und es zieht mehr und mehr Menschen an.
Acht Veranstaltungen warten im Juli auf Besucher. Karten kann man über die Website offeneahr.de buchen.
Pressemeldung Offene Gärten
























