Sinzig droht unwiederbringlicher Verlust – Verein fordert Erhalt der historischen Schießbergschule
Sinzig, 15.08.2025 – Der Regionalverband Unteres Mittelrheintal des bundesweiten Vereins Stadtbild Deutschland e. V. warnt eindringlich vor den Folgen des geplanten Abrisses der ehemaligen Schießbergschule in Sinzig. Der Bauausschuss hat dem Stadtrat empfohlen, den Bebauungsplan im beschleunigten Verfahren zu ändern, um das städtische Gebäude aus dem Jahr 1896 für einen Neubau freizumachen.
„Die Schießbergschule ist ein prägendes Zeitzeugnis der wilhelminischen Epoche und ein unverzichtbarer Bestandteil des historischen Stadtbildes“, erklärt der Regionalverband. „Ihre architektonische Qualität und die harmonische Einbindung in das Ensemble von Rathaus und St.-Peter-Kirche machen sie zu einem identitätsstiftenden Bauwerk, das nicht durch ein austauschbares Neubauvolumen ersetzt werden darf.“
Befürchtungen zum geplanten Neubau der Volksbank
Als künftiger Bauherr ist die Volksbank im Gespräch. Der Verein weist darauf hin, dass die Volksbank in ihrer jahrzehntelangen regionalen Bautätigkeit nicht dafür bekannt ist, eine architektonisch sensible und respektvolle Verbindung von Alt und Neu zu favorisieren. Vielmehr zeigt die Erfahrung, dass historisch wertvolle Gebäude abgerissen und durch moderne Bauwerke ersetzt werden, die nach wenigen Jahren bereits beliebig und hinfällig wirken. „Ein solcher Eingriff an dieser exponierten Stelle würde das Stadtbild dauerhaft abwerten“, so der Verband.
Finanzierbare Alternativen vorhanden
Der Verein betont, dass trotz der angespannten Haushaltslage der Stadt finanzierbare Lösungen existieren:
- Verkauf an einen Investor mit Erhaltungsauflage für die historische Fassade
- Erbbaurecht mit Sanierungspflicht
- Nutzung von Bundes‑, Landes- und EU-Förderprogrammen
- Public-Private-Partnership unter Wahrung der historischen Substanz
- Bildung einer Bürgergenossenschaft zur gemeinschaftlichen Finanzierung und Nutzung
Appell an den Stadtrat
Stadtbild Deutschland fordert den Stadtrat und Bürgermeister Gereon auf, die Entscheidung zu überdenken und den Erhalt der Schießbergschule zu sichern. „Mit einem Abriss verlieren wir nicht nur Bausubstanz, sondern auch Geschichte, Identität und Zukunftschancen für eine lebendige, historisch gewachsene Altstadt“, heißt es abschließend in der Stellungnahme.
Der Abriss wäre zudem ein fatales Signal für die Region, dass man historische Gebäude einfach nur lang genug verrotten lassen muss, um sie dann letztlich abreißen zu können.
Pressemeldung Stadtbild Deutschland e. V., Regionalverband Unteres Mittelrheintal
Foto: Achim Gottschalk, allgrafics.de
























