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Verbandsgemeinde Altenahr plant Zukunft der Wärmeversorgung

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Maßnahmen- und Szenarienworkshop mit den Ortsgemeinden legt Fokus auf Nahwärme

VG Altenahr. Die Verbandsgemeinde Altenahr hat am vergangenen Donnerstag in einem Szenarien- und Maßnahmenworkshop die Weichen für eine zukunftsweisende und treibhausgasneutrale Wärmeversorgung bis zum Jahr 2045 gestellt. Die Veranstaltung, die unter reger Beteiligung von Vertretern der Ortsgemeinden stattfand, befasste sich mit der kommunalen Wärmeplanung und beleuchtete die Eignung verschiedener Versorgungsarten für das gesamte Verbandsgemeindegebiet.

Robin Waldeck und Markus Parac vom externen Gutachterbüro Sweco GmbH stellten die Ergebnisse einer umfassenden Analyse vor und präsentierten den Teilnehmern konkrete Szenarien. Im Mittelpunkt des Workshops stand die Diskussion über die identifizierten Potenziale für den Ausbau von Nahwärmenetzen. Darüber hinaus kommt der Verbandsgemeinde Altenahr eine Förderung in Höhe von 90 % der Auftragssumme durch die Nationale Klimaschutzinitiative (NKI) zugute. Grundsätzlich sind alle Kommunen und somit auch die Verbandsgemeinde laut neuem Wärmeplanungsgesetz verpflichtet, bis 2028 eine kommunale Wärmeplanung durchzuführen.

Unser Engagement in der kommunalen Wärmeplanung gehört nicht zum Wiederaufbau und wird auch nicht aus dem Sondervermögen finanziert. Dennoch hat die Flut uns gezwungen, diese Planungen parallel zum Wiederaufbau als Verbandsgemeindeentwicklungsprojekt auf unsere Agenda zu nehmen. Welche Schäden insbesondere Heizöl durch die Flutkatastrophe zusätzlich verursacht hat, haben wir als Verbandsgemeinde am eigenen Rathaus ganz deutlich erfahren. Natürlich ist es unser Bestreben, das so etwas nicht noch einmal passiert“, begründet Bürgermeister Dominik Gieler diesen zusätzlichen aber absolut sinnvollen Mehrarbeitsaufwand neben dem laufenden Wiederaufbau.

Nahwärmenetze im Fokus der Planung

Die Präsentation bestätigte die bereits laufenden Projekte und Planungen in der Verbandsgemeinde. Das Gutachten bewertete Nahwärmenetze für die Region. In den Ortskernen bieten sie demnach die besten Chancen, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren. Die Vorteile sind vielfältig: Anwohner profitieren von einer Unabhängigkeit vom globalen Energiemarkt und es sind keine hohen Investitionen in eigene Heiztechnik nötig. Werden Nahwärmenetze mit erneuerbaren Energien betrieben, ändert sich auch die die CO2-Besteuerung, die im optimalen Fall gar nicht erst anfällt.

Besonders hervorgehoben wurden die bereits bestehenden und geplanten Projekte in den Ortsgemeinden. In Rech wird derzeit ein kaltes Nahwärmenetz umgesetzt, das passive Nahwärme aus Bohrfeldern nutzt. In Altenahr-Altenburg ist ebenfalls ein kaltes Nahwärmenetz in Planung. In Marienthal versorgt ein Holzpelletkessel ein sogenanntes „warmes“ Nahwärmenetz mit 85°C Vorlauftemperatur. Für Dernau und Mayschoß sind ebenfalls warme Nahwärmenetze in Planung. Für die Ortsgemeinde Hönningen-Liers wurden bereits fortgeschrittene Planungen für ein Nahwärmenetz vorgestellt, das Potenziale aus der Kläranlage Dümpelfeld sowie Solar- und Geothermiequellen nutzen könnte. Die Experten identifizierten zudem weitere „Fokusgebiete” mit Potenzial für Nahwärmenetze. Dazu gehören die Ortsgemeinden Altenahr, Kalenborn und Hönningen.

Dezentrale Versorgung als ergänzende Lösung

Für die übrigen, weniger dicht besiedelten Gebiete der Verbandsgemeinde wird im Rahmen der Wärmeplanung die dezentrale Versorgung, beispielsweise durch Luft- oder Erdwärmepumpen, als notwendiger Baustein angesehen. Vertreter der Stromversorger nahmen ebenfalls an dem Workshop teil. Sie stellten den aktuellen Sach- und Planungsstand in der Verbandsgemeinde Altenahr dar und beantworteten aufkommende Fragen hinsichtlich der Leistungsfähigkeit des Stromnetzes.

Das Szenario für eine treibhausgasneutrale Wärmeversorgung in der Verbandsgemeinde Altenahr sieht somit einen Mix aus dem Ausbau und der Ergänzung bestehender Nahwärmenetze sowie dezentralen Lösungen vor.

Pressemeldung Verbandsgemeinde Altenahr
Foto: Thorsten Trütgen / VG Altenahr

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