Remagen: Rund 600 Bürger setzen deutliches Zeichen für Demokratie
Remagen. Etwa 600 Bürgerinnen und Bürger folgten am Wochenende der Einladung zum Tag der Demokratie in der Remagener Rheinhalle und machten die Veranstaltung zu einem starken Signal für gesellschaftlichen Zusammenhalt und politische Offenheit. An 42 Infoständen präsentierten Vereine, Initiativen, Parteien und engagierte Gruppen ihr vielfältiges Wirken für das Gemeinwesen und boten den Besucherinnen und Besuchern zahlreiche Möglichkeiten, miteinander ins Gespräch zu kommen.
Eine Neuerung prägte in diesem Jahr das Veranstaltungsformat: Erstmals gab es drei sogenannte „Gesprächsinseln“, in denen Teilnehmende offen und kontrovers diskutieren konnten. Unter dem Oberthema Freiheit wurden unter anderem die Wiedereinführung der Wehrpflicht, das Zusammenleben mit Muslimen in Deutschland sowie unterschiedliche Vorstellungen von Freiheit zwischen den Generationen erörtert. Viele Besucher zeigten sich positiv überrascht von der Offenheit und Breite des Austauschs. Eine weitere Neuerung war das Format des gut besuchten interreligiösen Gebets, das in diesem Jahr von Laien gesprochen wurde.
Auch in den sozialen Medien fand der Tag der Demokratie deutliche Resonanz. Zu Beginn überwogen kritische Kommentare, auch verletzende Hass und Hetze Kommentare von Personen, die selbst offensichtlich nicht anwesend waren, so der Eindruck der Veranstalter. Mit zunehmender Beteiligung von tatsächlichen Besuchern wuchs jedoch der Widerspruch gegen die anfängliche Kritik. Die Organisatoren sehen darin einen Hinweis darauf, dass die Veranstaltung gerade in demokratieskeptischen Milieus einen Nerv getroffen hat. In diesen Bereichen sei ein offener, konstruktiver Dialog oft nicht erwünscht, heißt es.
Umso größer bewerten die Veranstalter den Erfolg des Tages: Wer gekommen war, fühlte sich gehört, konnte Argumente anderer nachvollziehen und sich eine fundierte eigene Meinung bilden. Viele Besucher verließen die Rheinhalle mit dem Gefühl, dass gelebte Demokratie vor allem dort entsteht, wo Menschen miteinander reden.
Pressemeldung Bündnis Remagen für Frieden und Demokratie
Fotos: Achim Gottschalk, Titelfoto: Privat

































