Susanne Müller im Gespräch mit Donum Vitae: Bedarf und Prävention im Kreis
Die Landtagsabgeordnete Susanne Müller (SPD) hat die Schwangerschaftsberatungsstelle donum vitae in Ahrweiler besucht, um sich über die aktuelle Situation vor Ort sowie die Herausforderungen der Beratungsarbeit zu informieren. Anlass des Besuchs war unter anderem die neue personelle Führung am Standort und ein Update zur aktuellen Arbeit.
Derzeit verfügt die Beratungsstelle über eine Vollzeitstelle, die auf zwei Teilzeitkräfte verteilt ist, sowie eine zusätzliche Verwaltungskraft in Teilzeit. Angesichts der hohen Nachfrage sind die personellen Kapazitäten ausgelastet. Aktuell verzeichnen die Beraterinnen viele sogenannte Schwangerschafts-Konfliktberatungen nach §219 StGB. Alarmierend sei zudem, dass derzeit etwa jede zweite Frau in den Beratungen angibt, Gewalt erfahren zu haben. Susanne Müller, frauenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Landtag fügt hinzu, dass dies Zahlen alarmierend seien- vor Allem im Zusammenhang mit den Erkenntnissen aus der Polizeilichen Kriminalstatistik sowie aus Dunkelfeldstudien. Fast die Hälfte aller Frauen ist laut Studie mindestens einmal im Leben von psychischer Gewalt betroffen. Körperliche Gewalt erfahren der Studie zufolge 18 Prozent der Frauen. Nur ein geringer Prozentsatz von ca. 5 % wird hingegen angezeigt.
Aufgrund des hohen Beratungsaufkommens bleibt bei der aktuellen Personalausstattung nur wenig Zeit für Präventionsarbeit, etwa an Schulen. Dabei sei diese Arbeit von großer Bedeutung. Jugendlichen müsse früh vermittelt werden, wo persönliche Grenzen liegen, wie sie diese setzen können und wie ein selbstbestimmtes Sexualleben gelingen kann.
Im Vergleich zu anderen Regionen des Landes ist das Beratungsaufkommen in Ahrweiler seit Jahren überdurchschnittlich hoch und hat sich infolge der Flutkatastrophe weiter verstärkt. Als Gründe nennen die Fachkräfte insbesondere hohe finanzielle Belastungen durch Wiederaufbaukredite, Arbeitsplatzverluste sowie anhaltende psychische Belastungen.
Ein zentrales Anliegen der Beratungsstelle ist es, eine ruhige und vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen. Standortleiterin Frau Seeliger betonte, dass viele Frauen mit großen Ängsten, Vorbehalten oder belastenden Erfahrungen in die Beratung kämen und vor allem Zeit, Ruhe und ein offenes Ohr benötigten. Ziel sei es, ihnen in einem zugewandten Gespräch zu begegnen und sie als Prozessbegleiterinnen auf ihrem individuellen Weg zu unterstützen.
Susanne Müller dankte den Mitarbeiterinnen für ihre wichtige Arbeit und ihr großes Engagement. Die geschilderten Herausforderungen nehme sie mit in ihre weitere parlamentarische Arbeit. Doch auch der Impuls zur häuslichen Gewalt besorgt die Landtagsabgeordnete: „Gewalt ist kein privates Problem, sondern ein Angriff auf Sicherheit, Freiheit und Gleichstellung. Aus diesem Grund müssen wir auch in Rheinland-Pfalz auf Basis des geplanten Gewalthilfegesetz Aktionsplans zur Istanbul-Konvention das landeseigene Schutzsystem ausbauen, Hilfe- und Beratungsstrukturen stärken und weiterhin für eine breite Prävention in Schulen, Jugendeinrichtungen und im digitalen Raum werben und sorgen.“
Pressemeldung Susanne Müller MdL SPD
Fotografin: Christina Sönksen
























