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SPD Frauen Ahrweiler lehnen Einschränkung der Teilzeitarbeit entschieden ab

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SPD Frauen Ahrweiler lehnen Einschränkung der Teilzeitarbeit entschieden ab

Die SPD Frauen Ahrweiler weisen den aktuellen Vorstoß aus der CDU, den Anspruch auf Teilzeitbeschäftigung aus sogenannten „persönlichen Gründen“ einzuschränken oder abzuschaffen, entschieden zurück. Anlass ist ein Antrag der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) an den CDU-Bundesparteitag im Februar mit dem Titel „Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit“.

Der Antrag sieht vor, Teilzeit künftig nur noch bei „besonderen Gründen“ wie Kindererziehung, Pflege oder Weiterbildung zuzulassen. „Dieser Vorstoß trifft vor allem Frauen“, erklärt der Vorstand der SPD Frauen Ahrweiler. „49 % der Frauen, aber nur 12 % der Männer arbeiten in Teilzeit. Das ist kein individuelles Wahlverhalten, sondern Ausdruck struktureller Ungleichheiten“, betont die Vorsitzende Susanne Müller. Teilzeit wird überwiegend nicht aus Bequemlichkeit gewählt, sondern ist häufig die einzige Möglichkeit, Erwerbsarbeit mit unbezahlter Care-Arbeit, fehlender Betreuungs- und Pflegeinfrastruktur sowie unflexiblen Arbeitszeitmodellen zu vereinbaren.

Auch arbeitsmarktpolitisch greift der Vorschlag zu kurz. Die Teilzeitquote lag 2025 mit rund 40 % auf einem Rekordniveau, insbesondere in systemrelevanten Bereichen wie der Pflege. Laut Bundesagentur für Arbeit arbeiteten 2024 rund 49 %  aller Pflegekräfte in Teilzeit, in der Altenpflege zeitweise sogar bis zu 65 %. Sandra Sebastian-Berthel erklärt: „Wer Teilzeit beschneiden will, blendet die strukturellen Ursachen von Arbeitszeitreduzierung aus. Gerade in Pflege-, Sozial- und Gesundheitsberufen ist Teilzeit oft die einzige Möglichkeit, unter hohen Belastungen gesund zu bleiben. Teilzeit ist kein Luxus, sondern Voraussetzung für Erwerbstätigkeit.

Eine Einschränkung des Teilzeitrechts würde vor allem Frauen wirtschaftlich schwächen und bestehende Lohn- und Rentenlücken weiter vergrößern. Zudem hätte sie negative Auswirkungen auf das Ehrenamt. Der Vorstand der SPD-Frauen weist darauf hin: „In Deutschland werden jährlich 117 Milliarden Stunden unbezahlte Care-Arbeit geleistet, fast zwei Drittel davon von Frauen. Hinzu kommen 1,3 Milliarden Überstunden.“ Deutschland hat kein Problem mit angeblicher „Lifestyle-Teilzeit“, sondern mit mangelnder Wertschätzung von Sorgearbeit und unzureichender Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wer Gleichstellung will, muss Arbeitsbedingungen verbessern sowie arbeitsmarktpolitische Rahmen wie das Ehegattensplitting abschaffen. Denn die Hauptkritik lautet, dass das Splitting ein starker Anreiz für Partnerschaften in Gutverdiener-Ehen sei, nicht oder sehr wenig zu arbeiten. Ähnlich argumentiert auch der Sachverständigenrat für Wirtschaft, der die Bundesregierung berät.

Pressemeldung Vorstand der SPD Frauen im Kreisverband Ahrweiler
Foto: SPD Frauen im Kreisverband Ahrweiler

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