Respekt vor Mahnmal und Friedensidee statt Kaviarträumen
Remagen, 27.09.2025 – Der Regionalverband Unteres Mittelrheintal von Stadtbild Deutschland e. V. warnt mit Nachdruck vor den Plänen für ein großdimensioniertes Hotel unmittelbar neben den historischen Brückentürmen der ehemaligen Ludendorff-Brücke.
„Die Brückentürme sind ein international beachtetes Mahnmal für Frieden und Versöhnung. Jeder Neubau muss diesem historischen Gewicht gerecht werden. Ein Luxushotel, dessen Gäste im Schatten der Türme Austern schlürfen und Kaviar genießen, wäre ein Symbol für das genaue Gegenteil: gedankenloser Konsum an einem Ort des Gedenkens“, erklärt Regionalverbandsleiter Thomas Napp.
Der Verband kritisiert, dass der aktuelle Entwurf das geschützte Erscheinungsbild des Denkmals empfindlich stört, weder in Proportion, Farbgebung noch in den großflächigen Fensterfronten Rücksicht auf die historische Bausubstanz nimmt, und damit den Charakter des Mahnmals entwertet.
Darüber hinaus verweist der Regionalverband auf die Pläne, eine neue Brücke als Mahnmal für Frieden und Völkerverständigung zu errichten:
„Gerade wenn über eine neue Rheinquerung nachgedacht wird, die als Symbol der Verständigung dienen soll, wäre ein Luxushotel als Nachbar ein Widerspruch in sich. Die friedensstiftende Idee eines Brückenneubaus verträgt sich nicht mit einem Projekt, das das Areal in eine Luxusadresse verwandelt und den Gedenkcharakter schwächt“, so Napp.
Der Regionalverband fordert daher den vollständigen Verzicht auf eine Bebauung direkt an den Brückentürmen und plädiert stattdessen für eine parkartige Gestaltung, die das Mahnmal würdigt, den Blick auf den Rhein freihält und den Gedanken der Völkerverständigung unterstreicht.
Pressemitteilung Stadtbild Deutschland e. V., Regionalverband Unteres Mittelrheintal
3D-Grafik: Bungarten Architekten
























