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Regionalverband Unteres Mittelrheintal für Sanierung der Waldburg Remagen

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Abriss oder Verfall kann keine Lösung sein

Regionalverband Unteres Mittelrheintal spricht sich für naturnahe Sanierung der Waldburg aus

Der Regionalverband Unteres Mittelrheintal im Architekturverein Stadtbild Deutschland e.V. verfolgt mit großem Interesse die Diskussion um den geplanten Wiederaufbau der Waldburg in Remagen durch ihren neuen Eigentümer, Frank Asbeck.

Wir begrüßen ausdrücklich das Engagement und den finanziellen Einsatz des Eigentümers für den Erhalt und die behutsame Wiedererrichtung dieses historischen Bauwerks. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist dies nicht nur ein lobenswertes, sondern auch ein vorbildliches Zeichen für den verantwortungsvollen Umgang mit unserem kulturellen Erbe.

Gleichzeitig nehmen wir die in einem offenen Brief geäußerten Sorgen der Anwohnerinnen und Anwohner bezüglich möglicher Auswirkungen auf Natur, Umwelt und touristisches Aufkommen sehr ernst. Als Architekturverein, der sich dem Erhalt von Orts- und Landschaftsbildern verschrieben hat, sehen wir es jedoch als besonders positiv, dass der jahrzehntelange Verfall der Waldburg durch privates Engagement endlich gestoppt werden soll. In der Vergangenheit war die Ruine immer wieder Ziel von Vandalismus und unbefugtem Betreten, was nicht nur das einstige Denkmal weiter schädigte, sondern auch erhebliche Sicherheitsrisiken für Besucher darstellte. Eine fachgerechte Sanierung würde diesen Gefahren endgültig ein Ende setzen. Herr Asbeck hat mit dem bereits erfolgten behutsamen Freischnitt des Geländes gezeigt, dass ihm die bauliche Sicherung der Anlage am Herzen liegt.

Wir lehnen die in der Vergangenheit geäußerten Forderungen nach einem Abriss der Ruine entschieden ab. Ein solcher Schritt wäre ein fatales Signal für den Umgang mit historischen Bauwerken in unserer Region. Der Abriss gefährdeter Denkmäler aus Gründen der Bequemlichkeit oder vermeintlicher Sicherheit würde einen bedenklichen Präzedenzfall schaffen und die ohnehin problematische Zerstörung historischer Substanz weiter beschleunigen – mit allen negativen Folgen für den Klimaschutz (Stichwort: Graue Energie).

Zugleich verstehen wir die Bedenken hinsichtlich des Natur- und Landschaftsschutzes. Hier ist jedoch sachlich festzuhalten: Das Gelände umfasst rund 8.000 Quadratmeter, davon wird nur ein kleiner Teil für die Sanierung der Waldburg genutzt. Es handelt sich nicht um ein Neubaugebiet oder eine großflächige Versiegelung von Naturflächen. Zudem ist davon auszugehen, dass Herr Asbeck als erfahrener Forstbesitzer selbst ein Interesse am Erhalt des Waldes hat. Ein intakter, gewachsener Wald ist ökonomisch wie ökologisch von weit höherem Wert als asphaltierte oder gerodete Flächen.

Wer argumentiert, dass durch die Sanierung der Waldburg eine Chance für den Klimaschutz vertan werde, sollte vielmehr den Fokus auf den weiterhin massiven Flächenverbrauch durch Neubausiedlungen richten. Gerade die bestehende Bebauung nahe der Waldburg – eine bauliche Fehlentscheidung der Vergangenheit – belegt, wie teuer solche Entwicklungen für die Allgemeinheit sind: durch hohen Aufwand für Infrastruktur, Straßenunterhalt, Energie- und Internetanschlüsse.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Stadtrat oder die Verwaltung von Remagen dem Investor in Fragen des Natur- und Landschaftsschutzes carte blanche erteilen sollten. Im Gegenteil: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, ökologische Aspekte aktiv in das Projekt einzubinden. Bestehende Parkflächen könnten durch Bäume, Dachbegrünungen oder naturnahe Bepflanzungen ökologisch aufgewertet werden. Auch an der Waldburg selbst könnten „Green Walls“ zur Verbesserung des Mikroklimas und zur Förderung der Biodiversität beitragen.

Der Regionalverband Unteres Mittelrheintal ist überzeugt, dass sich im konstruktiven Dialog mit dem neuen Eigentümer eine Lösung finden lässt, die Naturschutz, Denkmalschutz und wirtschaftliche Interessen in Einklang bringt. Einen weiteren Verfall der Ruine, ihren Abriss oder das Belassen als weiterhin gefährliches Anziehungsobjekt für Abenteuerlustige lehnen wir ausdrücklich ab.

Pressemitteilung Regionalverband Unteres Mittelrheintal Stadtbild Deutschland e.V.
Fotos: Achim Gottschalk, allgrafics.de

Planung:

Ansichtsskizze Waldburg

Weitere Informationen zum Projekt Waldburg unter: https://rhein-ahr-anzeiger.de/projekt-waldburg-remagen-auf-den-weg-gebracht

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