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Radbrücke Remagen vor dem Aus – Seilbahn als Alternativprojekt

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Neues Leuchtturmprojekt in schwindelnder Höhe

Bereits bei der ersten Vorstellung warf die Fahrrad-Rheinbrücke, die Remagen und Erpel verbinden sollte viele Fragen auf. Jetzt ist sie vom Tisch, das Projekt wurde eingestellt. Grund sind die hohen Kosten von geschätzt 26 Millionen Euro und der wachsende Druck aus der Bevölkerung gegen eine solche Brücke. Auch die laufenden Kosten zur Unterhaltung der 326 Meter langen und sechs Meter breiten Brücke drohten aus dem Ruder zu laufen. Das Risiko mit der Radbrücke im Rhein baden zu gehen war einfach zu groß.

Das sympathische Projekt die beiden Rheinstädte Remagen und Erpel zu verbinden wird jetzt in anderer Form umgesetzt. Anstatt die denkmalgeschützten Brückentürme mit einer modernen Konstruktion zu ergänzen wurden erste Ideen zu einer Seilbahn zwischen Remagen und Erpel entwickelt. „Das Projekt einer Verbindung der beiden Rheinstädte finden wir sehr wichtig” heißt es aus dem Rathaus. „So fügen wir zusammen, was zusammen gehört”. Außerdem könnten die bereits gestellten Anträge relativ einfach so umgestaltet werden, das die Gelder auch für das neue Projekt fließen könnten, da die Zielsetzung identisch ist.
Dass eine Seilbahn funktioniert und sich finanziell trägt sieht man in Koblenz und Köln und auch Bonn plant bereits seit Jahren eine Seilbahn.

Gondeln in luftiger Höhe

viktoriaberg Erpeler Ley
Strecke für die Seilbahn mit den Stationen auf der Erpeler Ley und Victoriaberg. 140 m über dem Rhein, 1,6 km lang.

Geplant ist, dass die Seilbahn vom Victoriaberg zum Gipfel der Erpeler Ley gespannt wird. „Technisch stellt das kein Problem dar, das ist für uns Standard”, bekräftigt ein Sprecher des Ingenieurbüros „ohne Netz”, das mit der ersten Machbarkeitsstudie beauftragt wurde. 
Rund 140 Meter über dem Rhein würden dann in wetterfesten Kabinen die Besucher auf die 1,5 km entfernt liegende andere Rheinseite schweben und das herrliche Panorama der Rheinromantik erleben.
Die Kosten für die Seilbahn könnten auf einen Bruchteil der Kosten der Fahrradbrücke reduziert werden und so auch das Stadtsäckel schonen.
Ein Wermutstropfen bleibt, um zu den beiden Stationen zu gelangen ist die umfangreiche Einrichtung der Infrastruktur Pflicht. Auf dem Victoriaberg muss die Waldburgstraße ab Määtesknippchen aufwärts erneuert werden.  Das könnte sich wegen der extremen Hanglage und der ohnehin zu engen Straße als wirtschaftlich unrentabel erweisen, sodass auch geprüft wird die Zufahrt durch die Steinkaul und das Neubaugebiet „Auf der Neide” zu führen. 
Nach einer ersten Inaugenscheinnahme zeigt sich dieses Variante als die wirtschaftlichere Lösung.

Auf der Freifläche unterhalb der Waldburg soll dann die Station mit Antrieb und die Stützen mit Rollenbatterien aufgebaut werden. „Nach ersten Schätzungen werden die Kosten für die Infrastruktur auf beiden Rheinseiten die der eigentlichen Seilbahn übersteigen”, so eine erste Kalkulation.
In wieweit hier Fördergelder zur Sanierung der bereits bestehenden Straßen auf beiden Seiten der Rheins genehmigt werden ist fraglich, da es sich um die allgemeine Instandhaltung von Straßen und Wege handelt, die üblicher Weise aus dem Haushalt der Städte finanziert werden. 
Hier könnten die Kosten explodieren, da in Erpel der Weg auf die Erpeler Ley mehrere Kilometer als Serpentine durch den Wald führt und die Gesamtkosten von den Gemeinden Linz und Remagen zu gleichen Teilen getragen werden. Dazu kommen noch die Planungs- Erschließungs- und Baukosten auf der Remagener Seite.

Ebenfalls knifflig wird die Erteilung der Genehmigung zum Bau der Seilbahn durch die allgemeine Richtlinie für Brückenbauwerke über Gewässer (aRBüG-272), bei der ein Hochwasserschutz nachgewiesen werden muss. „Wir wissen, dass das bei einer 140 Meter hohen Überführungseinrichtung für Personen” eigentlich nicht notwendig wäre, aber der Gesetzgeber fordert einen positiven Bescheid”, teilt auf Nachfrage die untere Wasserbehörde mit. Das Gutachten könnte von der Verkehrsbehörde erteilt werden, hier sind allerdings nur Überführungseinrichtungen bis zu 43,5 Meter Höhe über mittlerem Wasserstand genehmigungswürdig.
Im Rathaus ist man zuversichtlich, „Das ist nicht die erste Seilbahn, die über den Rhein führt, somit muss es auch Mittel und Wege geben die Bahn zu bauen”.

Auf beiden Rheinseiten erhofft man zahlreiche Touristen, die von den beiden Rhein-Radwegen das kurze Stück bis auf die Gipfel wandern oder auch mit dem Rad zurücklegen um dann ans andere Ufer hinüber zu gleiten. An den Stationen könnten sich gastronomische Betriebe ansiedeln und so das Freizeitangebot zusätzlich aufwerten.
Insgesamt bildet dieser Publikumsmagnet einen Mehrwert für beide Rheinseiten ab und das mit europaweiter Tragweite ähnlich wie es der Drachenfels, das Niederwalddenkmal oder die Drosselgasse in Rüdesheim seit Jahrzehnten tun und den Städten die Kasse füllen.

AG
Grafik: Achim Gottschalk, allgrafics.de

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