Leserbrief von Natalie Teichrib
Dauerhafte Notbetreuung in der Kita Hellenbach nicht mehr tragbar
Als Mutter eines Kindes in der Kindertagesstätte Hellenbach in Sinzig-Westum sehe ich mich gezwungen, öffentlich auf eine Situation aufmerksam zu machen, die für viele Familien inzwischen unzumutbar geworden ist.
Seit längerer Zeit befindet sich die Kita nahezu dauerhaft in einer Notbetreuung. Für Eltern bedeutet das: Kinder bleiben regelmäßig zu Hause, während gleichzeitig gearbeitet werden muss – in unserem Fall betreut mein Mann unser Kind parallel zu seinem Homeoffice. Eine verlässliche Betreuung, die für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unerlässlich ist, existiert faktisch nicht mehr.
Viele Eltern – auch wir – waren bislang bereit, diese Situation solidarisch mitzutragen: aus Rücksicht auf die Kinder, auf das engagierte pädagogische Personal und auf Familien, die noch dringender auf eine Betreuung angewiesen sind. Doch diese Bereitschaft stößt an ihre Grenzen. Dauerhafte Notbetreuung darf kein Normalzustand werden.
Die Folgen sind gravierend: Eltern geraten beruflich unter Druck, Planbarkeit geht verloren, Stress und Überforderung nehmen zu. Noch schwerer wiegen jedoch die Auswirkungen auf die Kinder. Ihnen fehlen Struktur, Verlässlichkeit, soziale Kontakte und kontinuierliche pädagogische Förderung – alles Grundlagen für eine gesunde Entwicklung.
Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie die Stadt Sinzig ihrer Verantwortung als Arbeitgeber gerecht wird. Wenn Kitas dauerhaft am Limit arbeiten, muss kritisch hinterfragt werden, wie Erzieherinnen und Erzieher künftig besser unterstützt und entlastet werden können. Nur mit gesunden, gut begleiteten Fachkräften kann eine verlässliche Betreuung langfristig sichergestellt werden.
Eine Kindertagesstätte ist kein optionales Angebot, sondern ein zentraler Bildungs- und Lebensort für Kinder. Die aktuelle Situation in der Kita Hellenbach ist nicht mehr hinnehmbar. Es braucht dringend eine zeitnahe, nachhaltige und kinder- sowie elternorientierte Lösung – keine weiteren Übergangslösungen auf dem Rücken der Familien.
Natalie Teichrib
Foto: Archivbild























