Ein Dorf macht das Beste aus dem, was es hat
Rech. Die rheinland-pfälzische Fachjury des Landeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ hat am vergangenen Dienstagnachmittag die Ortsgemeinde Rech besucht und zeigte sich beeindruckt von dem herausragenden Engagement der Dorfgemeinschaft. Unter Leitung von Ortsbürgermeister Thomas Hostert präsentierten die Beigeordneten Gerhard Schreier und Dieter Lietzmann sowie Vorstand Niki Kozisek von der Zukunft Mittelahr AöR die vielfältigen Projekte, die den Wiederaufbau nach der verheerenden Flutkatastrophe vorantreiben.
Die Recher Bürgerin und Architektin Angelika Görres, die sich bereits seit mehreren Jahren aktiv in die Dorfentwicklung einbringt, nahm ebenfalls an dem Rundgang teil und unterstützte tatkräftig bei der Präsentation. Die Botschaft des Ortes an die Experten war klar: Man lässt den Kopf nicht hängen, sondern packt die Gelegenheit eines resilienten Neuanfangs am Schopf. An der Dorfbegehung zur Besichtigung einiger Projekte nahmen auch die in Rech lebende ehemalige Ahrweinkönigin Annabell Stodden, Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter der Vereine teil und standen der Jury für Informationen zur Verfügung. Während des Rundgangs zwischen dem derzeitig temporären Waldkindergarten und der noch anzulegenden durch LEADER geförderten Streuobstwiese brachte Angelika Görres treffend die aktuelle Situation in Rech auf den Punkt: „Wir machen das Beste aus dem, was wir haben. Und wir sind sehr zufrieden damit.“
Die Jury zeigte sich in der Feedbackrunde nach dem Rundgang beeindruckt, wie in Rech neben dem flutbedingten Wiederaufbau auch die Dorfentwicklung aktiv vorangetrieben wird. Die Präsentation der zahlreichen Projekte in der kurzen Zeit von zwei Stunden trug entscheidend dazu bei, das Bild eines breit aufgestellten Dorfes zu vermitteln, das nicht einseitig ausgerichtet ist. Die umfangreichen Planungen reichen von der Neugestaltung der „Neuen Ortsmitte“ mit einem inklusiven Kinderspielplatz und Mehrgenerationengarten über die Wiederherstellung der „Alten Schule“ als Bürgerhaus bis zum flutbedingten Neubau eines Feuerwehrhauses. Auch die Infrastruktur wird mit Projekten wie der Neuanlage der Nepomukbrücke, der Wiederherstellung von Radwanderwegen und der Schaffung von Wohnmobilstellplätzen zukunftsorientiert wiederaufgebaut. Besonders positiv bewertet wurden von der Jury die Projekte für Kinder und Senioren, wobei sie den Hinweis gaben, die mittlere Generation der jungen Erwachsenen nicht aus dem Auge zu verlieren.
Als deutliches, innovatives Merkmal wurde von der Jury das „Kalte Nahwärmenetz“ hervorgehoben, durch das Rech in einer Vorreiterrolle agiert. Überdies lobte die Jury den bemerkenswerten bürgerschaftlichen Zusammenhalt, der sich auch in Kleinigkeiten zeigt. So wurde der Zustand des Dorfes trotz der vielen Baustellen gewürdigt, da die Landfrauen überall Blumenarrangements platziert haben und diese mit großer Hingabe pflegen. Dieses Engagement der Vereine, darunter die Freiwillige Feuerwehr, der Heimat- und Verkehrsverein und der Junggesellenverein, zeigt die enorme Tatkraft und den Gemeinschaftssinn der Recher Dorfgemeinschaft. Dies spiegelte sich auch im Zustand des Dorfes bei dem Rundgang wider: Obwohl erst am Wochenende zuvor traditionell zünftig und ausgelassen das gut besuchte Winzerfest gefeiert wurde, waren davon keine Spuren mehr sichtbar.
Als Vertreterin des Kreises Ahrweiler begleitete Kreisbeigeordnete Sabine Glaser erstmals einen solchen Jury-Rundgang. Sie bedankte sich bei allen, die Rech und somit auch einen Teil des Kreises Ahrweiler so hervorragend präsentiert haben und wünschte viel Erfolg für den weiteren Verlauf des Wettbewerbs.
Pressemeldung VG Altenahr
Foto: Thorsten Trütgen / VG Altenahr
























