Umweltministerium ruft zweite von vier Warnstufen aus – Sauerstoffkonzentration in der Obermosel ist stark gesunken – ökologische Belastung steigt
Christine Schneider: „Die steigenden Gewässertemperaturen und sinkenden Sauerstoffkonzentrationen können das ökologische Gleichgewicht empfindlich stören“
Die anhaltende Hitzewelle hat in Rheinland Pfalz zu einem weiteren Anstieg der Flusstemperaturen geführt. Bereits am Mittwoch überschritt die Mosel und am Donnerstag der Rhein und die Nahe im Tagesmittel die Marke von 27 Grad Celsius; die Saar wird diese Marke voraussichtlich am Wochenende erreichen. Gleichzeitig tritt an der Obermosel im Bereich Palzem eine Sauerstoffzehrung auf. Die Sauerstoffkonzentration liegt mit 2,6mg/l bereits unter der für Fische kritischen Marke von 3mg/l. Es kann daher in diesem Bereich zu einem Fischsterben kommen.
„Mit den anhaltend hohen Lufttemperaturen und den langen lichten Tagen, einhergehend mit einer hohen UV-Strahlung, steigen auch die Temperaturen in den Gewässern. Hohe Temperaturen führen zu sinkenden Sauerstoffgehalten wodurch das ökologische Gleichgewicht empfindlich gestört wird. Falls zusätzlich noch weitere sauerstoffzehrende Prozesse stattfinden, wird Stress für Fische und andere Lebewesen ausgelöst. An der Obermosel können wir ein Fischsterben nicht ausschließen. Um die Situation in den Gewässern im Blick zu behalten und wenn nötig gegenzusteuern, tritt nun Warnstufe 2 des Handlungs- und Informationskonzeptes bei hohen Wassertemperaturen in Kraft“, sagte Landwirtschafts- und Umweltministerin Christine Schneider.
Die Struktur- und Genehmigungsdirektionen (SGDen) fordern alle relevanten Wärmeinleiter auf, täglich die eingeleiteten Wärmefrachten an die Behörde zu berichten, alle Rückkühlmöglichkeiten zu nutzen und – falls möglich – Revisionsarbeiten vorzubereiten, damit sie bei eintreten der Handlungsstufe 3 vorgezogen werden können.
Das Landesamt für Umwelt (LfU) überprüft laufend die aktuellen Messwerte, da am kommenden Wochenende weiterhin sehr hohe Lufttemperaturen und eine starke Sonneneinstrahlung erwartet werden. Bei langanhaltenden Hitzewellen finden bei Bedarf auch Bewertungen über den Zustand der Gewässerbiologie statt. Die aktuellen Tagesmittelwerte sind abrufbar unter https://wasserportal.rlp-umwelt.de/auskunftssysteme/tageswerte
In den vergangenen Jahren wurden bereits mehrfach höhere Stufen ausgerufen: Stufe 2 in 2018, 2019, 2022 und 2025 sowie Stufe 3 in 2018.
Weitere Infos finden Sie unter https://lfu.rlp.de/startseitenbeitraege/2026/lfu-hat-hitzefolgen-im-blick
Pressemeldung Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten des Landes Rheinland-Pfalz
Foto: Archiv Gottschalk
























