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Endet Sinziger Kirmes bald mit „Drohnenfeuerwerk”?

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Kontroverse Diskussion um den Grünen-Vorstoß – Die hohen Kosten könnten zum K.o.-Faktor werden

Sinzig. Die Kirmes ist vorbei. Am Dienstagabend füllten sich die Straßen der Sinziger Innenstadt wie immer mit zahlreichen Menschen, die um 22 Uhr das traditionelle Abschlussfeuerwerk erleben wollten. Der Rauch der Raketen hat sich zwar rasch verzogen, aber Sinzig debattiert jetzt über ein heißes Eisen: Soll dies nach vielen Jahrzehnten wirklich das letzte Kirmes-Feuerwerk gewesen sein? Wird vom kommenden Jahr an eine Drohnenshow das Finale der Kirmes einläuten? Das jedenfalls haben die Sinziger Grünen gefordert. Doch das Thema polarisiert, wie ein Blick in soziale Netzwerke zeigt. Und eine Entscheidung zugunsten der Drohnen ist längst nicht gefallen. 

Sinziger Grüne: „Drohnenfeuerwerk innovatives Highlight für die Region“

Schon während der diesjährigen Kirmes diskutierten Besucher leidenschaftlich über das Für und Wider der Initiative, die die Grünen im Vorfeld der Kirmes mit einer Pressemitteilung befeuert hatten. Die Partei beantragt den Ersatz des Kirmes-Feuerwerks durch ein „Drohnenfeuerwerk” als „innovatives Highlight für die Region“. In den vergangenen Jahren habe die Sinziger Kirmes, eine der traditionsreichsten Veranstaltungen der Region, einen Rückgang der Besucherzahlen erlebt, was auch an der Vielzahl attraktiver Parallelveranstaltungen in der Umgebung liegen dürfte. Die Einführung eines „Drohnenfeuerwerks”, wie es bei den Grünen heißt, biete eine „vielversprechende Möglichkeit, ein in der Region einzigartiges Event zu platzieren und somit zusätzliche Gäste anzuziehen“. Außerdem sei ein solches Drohnenfeuerwerk im Vergleich zu traditionellen Feuerwerken weitaus umweltfreundlicher. Es entstünden weder Feinstaubemissionen noch chemische Abfälle, und auch die Lärmbelästigung sei deutlich geringer. Das Event sei zudem sicherer, da keine Brandgefahr bestehe.

Die Grünen glauben, dass die Sinziger Kirmes mit einem Drohnenspektakel als „moderne und zukunftsorientierte Veranstaltung” positioniert werden kann. „Durch die Integration von Musik und moderner Technologie erhält das Spektakel einen einzigartigen Charakter, der die Kirmes von anderen regionalen Veranstaltungen abhebt”, heißt es in der Pressemitteilung. Die Drohnenshow habe auch das Potenzial, „zusätzliche Besucher aus nah und fern anzuziehen und könnte dazu beitragen, die Aufenthaltsdauer von Touristen zu verlängern”, gibt sich die Partei optimistisch. 

Zum Artikel der Sinziger Grünen: https://rhein-ahr-anzeiger.de/sinziger-gruene-beantragen-umstellung-des-kirmes-feuerwerks/

Drohnenthematik im Ausschuss

Bereits Ende April hatte sich der Sinziger Hauptausschuss auf Antrag der Grünen mit dem Thema beschäftigt. Dabei formulierte der Ausschuss mehrheitlich einen Auftrag an die Stadtverwaltung, die Chancen für einen Umstieg auf die Drohnen ab 2026 und die möglichen Kosten zu prüfen. Die Frage der Finanzierung dürfte allerdings ein entscheidendes Argument sein, denn dem Vernehmen nach könnten die Kosten für ein Drohnenfeuerwerk gegenüber der konventionellen Variante geradezu explodieren, wenn der Vergleich erlaubt ist. 

Kosten könnten explodieren

Die Stadt lässt für das herkömmliche Feuerwerk bislang rund 6000 Euro springen, während man bei einer Drohnenshow von vermutlich bis zu zehn Mal höheren Kosten ausgehen müsste. Denn: Für ein Event, dass sich auch nur halbwegs mit dem bisherigen Feuerwerk messen könnte, sind laut Kennern wenigstens 100 bis 200 Drohnen nötig, besser sogar deutlich mehr. Nur so seien komplexere Bilder möglich, heißt es. Außerdem könnte eine Beschallung des gesamten Kirmesgeländes nötig werden, um das Drohnenspektakel musikalisch zu begleiten – was weitere hohe Kosten nach sich ziehen würde. Erste Schätzungen belaufen sich nach Informationen des Rhein-Ahr Anzeigers auf bis zu 50.000 Euro alleine für die eingesetzten Drohnen. Am Ende könnte der Gesamtbetrag gar bei 60.000 Euro liegen. 

Ein weiteres Problem: Viele Drohnenshows liefern nur zweidimensionale Bilder. Das heißt: Die von Drohnen erzeugten Objekte im Himmel sind nur von einer bestimmten Seite aus vernünftig zu sehen. Wer Pech hat, sieht quasi nur einen Streifen aus Lichtpunkten, wie wenn man von der Seite auf einen Monitor schaut.
Natürlich gibt es auch 3D-Drohnenshows. Aber die gehen ordentlich ins Geld, weil viele Drohnen gebraucht werden. Dazu informiert die KI auf Anfrage: „Komplexe 3D-Shows mit vielen Hunderten von Drohnen können schnell mehrere Zehntausend bis über 100.000 Euro kosten.

Wer das bezahlen soll, ist offen. Die Grünen schlagen zwar vor, verstärkt nach Sponsoren zu suchen. Doch wo diese zu finden sein könnten, ist noch unklar. Klar scheint hingegen, dass man solche enormen Mehrkosten keinesfalls bei den Schaustellern abladen könnte. Für sie sind die Zeiten auf der Sinziger Kirmes auch nicht mehr so rosig, wie sie mal waren.

Ebenso unklar ist, wie die Sinziger Bevölkerung auf ein Aus für das traditionsreiche Kirmes-Feuerwerk reagieren würde. Am Dienstagabend jedenfalls war der Applaus für das übliche Raketen-Spektakel groß. Und selbst junge Besucher fragten sich, wie man mit Drohnen solche Effekte erzielen will. Auch in den sozialen Netzwerken sprechen sich viele Kommentare für einen Erhalt des bisherigen Feuerwerks aus. Das letzte Wort hat der Stadtrat, wenn die Verwaltung die Ergebnisse der Prüfung vorgelegt hat. Man darf also gespannt sein auf die nächste Sinziger Kirmes. 

Manfred Ruch
Foto: MR

Das letzte echte Feuerwerk in Sinzig?

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