Einschulung vor 60 Jahren in Remagen
Anlässlich der Einschulung vor 60 Jahren an der „Mädchenschule“ in Remagen, welche sich in der Hauptstraße – heute Marktstraße – auf der Höhe des heutigen Haushaltswarengeschäfts „Krippchen“ befand, traf sich kürzlich der Jahrgang 1958/59.
Es war nicht das erste Treffen des geselligen Jahrgangs. Schon zu den runden Geburtstagen 40, 50 und 60 wurden ausgiebig die Wiedersehen gefeiert. Daraus entstanden auch regelmäßige „kleine Treffen“ bei denen eher die Ortsansässigen teilnehmen und dabei die Idee, sich aus Anlass der Einschulung zu treffen.

Am Bahnhof traf man sich mit lautem Hallo. Da auch Klassenkameraden dabei waren, die man tatsächlich 50 Jahre nicht mehr gesehen hatte, wurde gerätselt, wer das wohl ist. Aus Remagen und dem Umland und sogar aus Thüringen, der Schweiz und Taiwan waren Klassenkameraden angereist.
Der Stadtführer Oliver Schmitz holte die Gruppe zu einem informativen und auch lustigen Stadtrundgang ab. Hierbei erfuhr man auch als alteingesessener Remagener noch manches Unbekannte.

Bei einem Stopp in den Hypokausten wurde mit kühlem Prosecco auf das Wiedersehen angestoßen. Am Pfarrhoftor der Kirche St. Peter und Paul, in der der Einschulungsgottesdienst vor 60 Jahren stattfand, wurde das Erinnerungsfoto geschossen. Danach führte der Weg zur Rheinpromenade, wo man bei strahlendem Sonnenschein einen Imbiss einnahm und viele Erinnerungen und so manche Anekdote aus vergangenen Tagen ausgetauscht wurde. Selbst ein Poesiealbum, in welchem einige ihren Spruch wiederfanden, machte die Runde. Trotz sommerlicher Hitze verweilte man bei kühlen Getränken und am Abend ging ein schönes Wiedersehen offiziell zu Ende. Das nächste Treffen soll auf Wunsch schon in 3 bis 4 Jahren stattfinden, wenn dann alle 70 werden. Hierzu können seniorengerechte Vorschläge gemacht werden.
PD
In eigener Sache:
Heute undenkbar, in den 50er und 60er Jahren normal – Konfessionsschulen: Evangelisch und Katholisch streng getrennt
Damals gab es zwei Schulsysteme, katholisch und evangelisch. Evangelische Schüler, die zusammen mit anderen nicht-katholischen Schülern unterrichtet wurden, besuchten die evangelische Volksschule Remagen. (Die oben beschriebene Mädchenschule war ab ca. 1953 die evangelische Schule. Erstklässler besuchten den Unterricht im selben Gebäude, aber in nach katholisch und evangelisch getrennten Klassenzimmern.) In der evangelischen Schule saßen drei Jahrgänge in einem Klassenraum auf Bänken aus der Vorkriegszeit mit Tintenfässchen und es gab einen Klassenlehrer, der alle Fächer unterrichtete. Englischunterricht gab es nicht und auch Physik und Chemie wurde eher am Rande erwähnt.
Zur gleichen Zeit sah es in der katholischen Schule, der heutigen St. Martin Schule, komplett anders aus. Jeder Jahrgang hatte einen eigenen Klassenraum mit moderner Einrichtung. Es gab fast für jedes Fach einen Fachlehrer, so für Chemie und Physik, die in einem extra Unterrichtsraum gelehrt wurden. Selbstverständlich gab es Englisch und es gab sogar Werken im gut ausgestatteten Werkraum. So waren evangelische und andere nicht-katholischen Kinder, die ja vom falschen Glauben waren, bildungstechnisch mehr oder weniger abgehängt.
Erst im Jahr 1970 wurden die Schulformen angepasst und zu einem System mit konfessionsfreier Grund- und Hauptschule zusammengefasst.
Aus diesem Grund sind bei den Treffen meistens die ehemaligen Schüler aus der katholischen Schule vertreten. Ehemalige Schüler aus der evangelischen Schule Einschulung 1965 bei Fräulein Hess können sich gerne bei Michael Beck unter beck-vsb-antriebstechnik@web.de oder Mobil: 01577 0230713 melden.
AG
























