Das neue Bestattungsgesetz – Susanne Müller im Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern des Gartenbaus
Der Friedhof als stiller Ort der Erinnerung ist im Wandel. Manche Menschen wünschen sich heute individuellere Formen des Abschieds – etwa Baum- oder Flussbestattungen. Über diesen gesellschaftlichen Wandel und die Auswirkungen des neuen Bestattungsgesetzes in Rheinland-Pfalz sprach die SPD-Landtagsabgeordnete Susanne Müller mit Karoline Heiser (Präsidentin des Landesverbandes Gartenbau Rheinland-Pfalz-Saar), Georg Ramm (Geschäftsführer der Genossenschaft der Friedhofsgärtner Rheinland-Pfalz) und Norbert Hammer (Kreisgärtnermeister).
Die Gesprächsrunde lobte am neuen Gesetz insbesondere die besseren Regelungen für die Bestattung von Sternenkindern sowie den grundsätzlichen Gedanken, dem gesellschaftlichen Wandel Rechnung zu tragen. Gleichzeitig wurde aber deutlich, dass die Veränderungen auch Herausforderungen mit sich bringen.
„Friedhöfe sind nicht nur Orte der Trauer, sondern auch wertvolle grüne Lungen unserer Städte und Teil unseres kulturellen Erbes. Wenn künftig weniger Menschen dort beerdigt werden, könnten Grabflächen teurer und schwieriger zu erhalten sein“, sagte Karoline Heiser. Sie gab zudem zu bedenken, dass durch die Möglichkeit, Asche privat zu verwahren, „Konflikte innerhalb von Familien entstehen könnten – und damit neutrale Orte des Gedenkens, der für jede/n zugänglich ist, verloren gehen.“
Georg Ramm ergänzte: „Es geht nicht nur um die Friedhofsgärtner. Auch Steinmetze, Floristen und Zierpflanzenbetriebe sind Teil dieser gewachsenen Trauerkultur. Sollte sich der Trend zu alternativen Bestattungen verstärken, könnte dies kleine und mittelständische Betriebe in ihrer Existenz gefährden.“
Susanne Müller zeigte großes Verständnis für die geäußerten Bedenken: „Die Trauerkultur verändert sich – und auch die Mobilität der Menschen. Viele Kinder leben heute nicht mehr am Heimatort und wünschen sich vielleicht, die geliebten Menschen und Verstorbenen symbolisch ‚mitnehmen‘ zu können. Das wird sicher nicht zur Regel, zeigt aber, wie sehr sich Lebens- und Trauerformen wandeln.“ Wichtig sei, jedes Gesetz in seiner Umsetzung genau zu beobachten und gegebenenfalls nachzuschärfen oder nach Evaluation zu verändern.
In der Runde wurde auch betont, dass Friedhöfe künftig offener, grüner und einladender als Orte der Begegnung gestaltet werden sollten. Friedhöfe bieten nicht nur Menschen und Tieren einen geschützten Rückzugsraum, auch auf Grund ihrer Biodiversität üben sie eine wichtige Ausgleichsfunktion für das Stadt- bzw. Mikroklima aus und wirken der regionalen Luftverschmutzung entgegen. Viele Kommunen seien hier bereits auf einem guten Weg – mit Memoriam-Gärten, Baumfeldern und naturnahen Konzepten.
Die Frage, ob für manche Menschen künftig auch ein Fluss, ein Wald oder ein anderer Naturort zum persönlichen Ort des Gedenkens werden kann, wurde unterschiedlich bewertet – ein Zeichen, wie vielfältig die Formen des Abschieds heute sind.
„Ich bin dankbar für den offenen und konstruktiven Austausch“, so Müller abschließend. „Solche Gespräche helfen, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und sensibel mit dem Wandel unserer Trauerkultur umzugehen. Die genannten Impulse werde ich gern in die weitere parlamentarische Arbeit einfließen lassen“.
Pressemeldung Susanne Müller MdL SPD
Fotografin: Christina Sönksen
























