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Bekommt Sinzig eine Fußgängerzone?

Planungsbüro präsentiert im Rahmen des Stadtentwicklungskonzepts ISEK Vorschläge für Verkehrsführung, Platzgestaltung und Parkraum

Sinzig. Lange war die Tagesordnung im Sinziger Stadtentwicklungsausschuss nicht mehr so spannend wie an diesem Montag, 2. Februar (17 Uhr im Rathaus). Denn geht es um nicht weniger als das zukünftige Erscheinungsbild der Sinziger Innenstadt. Das Büro Planwerk Häuser hat im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts ISEK ein neues Konzept für die Verkehrsführung in der City entwickelt. Außerdem haben sich die Planer mit der Neugestaltung der Bereiche vom Marktplatz bis zum Kirchplatz beschäftigt. Kern der Überlegungen: Es soll mehr verkehrsberuhigte Bereiche geben – und eventuell sogar eine Fußgängerzone in der Bachovenstraße.

Die Ideen dürften eine rege Debatte vor allem auch in der Aktivgemeinschaft auslösen. Seit jeher war das Thema Fußgängerzone ein ziemlich rotes Tuch für viele Geschäftsleute in der Innenstadt. Immer wieder wurde zwar aus Teilen der Politik eine entsprechende Initiative gefordert, doch stets ohne Erfolg. Allerdings hat sich in der Sinziger Geschäftswelt mittlerweile doch einiges verändert. Vor allem in jüngster Zeit haben sich auch einige neue Gastronomen angesiedelt. Man darf deshalb gespannt sein, wie sich die Diskussion über die neuen Pläne entwickeln wird.

Marktplatz als zentraler Aufenthaltsort mit Cafés und gastronomischen Angeboten

Und das schlagen die Planer vor: Der Marktplatz als zentraler Aufenthaltsort mit Cafés und gastronomischen Angeboten soll durch eine neue Verkehrsführung erheblich an Aufenthaltsqualität und Sicherheit für Fußgänger und Radverkehr gewinnen. Im Klartext: Der Markt soll verkehrsberuhigte Zone werden, der nur noch für Anlieger und Lieferverkehr geöffnet, aber für den Pkw-Durchgangsverkehr gesperrt ist. Dafür könnten versenkbare Poller sorgen. Eine umfassende Begrünung durch Baumpflanzungen und Pflanzflächen sowie der Erhalt und Ausbau der Wasserelemente sollen das Mikroklima auf dem Marktplatz in heißen Sommern deutlich verbessern. Es soll zudem neue Sitzmöglichkeiten geben. „Insgesamt soll der Marktplatz stärker zum Flanieren, Spielen und Verweilen einladen“, heißt es in der Vorlage für den Ausschuss.

Kirchplatz

Auf dem Kirchplatz sollen sanierungsbedürftige Bereiche überarbeitet und verbessert werden. Neue, pflegeleichtere Bäume sind auch dort fällig, da sich die bisherigen Bäume dem Ende ihrer Lebensdauer nähern, so die Planer. Die Bäume sollen in großzügigeren Pflanzbeeten eingefasst werden. Zudem schlägt das Büro eine Wasserfläche in der Mitte des Platzes vor. Dies soll ebenfalls die Aufenthaltsqualität verbessern und an heißen Tagen mehr Möglichkeiten zum Spielen für Kinder und Erwachsene bieten.

Natürlich haben die Planer auch an die großen Stadtfeste gedacht. So wäre trotz Neugestaltung sichergestellt, dass auf beiden Plätzen die traditionelle Kirmes und andere Veranstaltungen in gewohnter Weise stattfinden könnten.

Verkehrsführung

Für die Verkehrsführung, die das Verkehrskonzept von 2005 ersetzen soll, hat das Planungsbüro zwei Varianten entwickelt. In Variante 1 wird der Marktplatz zum verkehrsberuhigten Bereich. Der Durchgangsverkehr wird von der Mühlenbachstraße zur Kaiserstraße abgeleitet. Die Bachovenstraße wäre dann nur noch über die Schlossstraße erreichbar, die in umgekehrter Richtung als bisher befahren würde. Der Verkehr der Koblenzer Straße führt komplett über die Münzgasse in die Ausdorferstraße, denn die Fahrtrichtung der Renngasse würde ebenfalls gedreht. Zur Markt-Apotheke soll es zudem eine Zufahrt von der Koblenzer Straße aus geben, die ebenfalls zur Ausdorferstraße weitergeführt wird.

Variante 2 geht sogar noch weiter. In dieser Planung wird auch die Bachovenstraße für den Durchgangsverkehr gesperrt und zur Fußgängerzone umgewandelt. Die bisherigen Parkplätze könten so zu gastronomisch genutzten Flächen werden. Schlossstraße und Judengasse würden in dieser Variante zu Sackgassen, möglichst mit einer kleinen Wendemöglichkeit. Natürlich würde auch in diesen Plänen sichergestellt, dass Anlieferverkehr, Postzustellung oder Feuerwehrzufahrt gewährleistet blieben.

Letztlich haben sich die Planer auch mit der prekären Parksituation in der Innenstadt beschäftigt. Ihr Vorschlag lautet, sowohl auf dem Parkplatz Harbachstraße als auch in der Jahnstraße ein Parkdeck zu errichten. Derzeit arbeite die Gesellschaft für Wiederaufbau (GEWI) Sinzig auch noch an einem Parkleitsystem.

Planwerk Häuser

Insgesamt verspricht sich das Büro Planwerk Häuser durch das Verkehrskonzept eine erhebliche Verbesserung der Umwelt- und Klimasituation in der Sinziger Innenstadt und durch mehr Begrünung und Verschattung einen wichtigen Beitrag zur Klimaanpassung. Planung und Umsetzung der vorgestellten Maßnahmen zur Verkehrsführung und Platzgestaltung würden vom Stadtentwicklungskonzept ISEK mit 70 Prozent gefördert. Für die Maßnahmen stehe ein Budget in Höhe von 750.000 Euro zur Verfügung, heißt es in der Ausschussvorlage.

Befragung der Bevölkerung vorgesehen

Zunächst wird sich nun der Stadtentwicklungsausschuss mit den Vorschlägen beschäftigen. Im weiteren Verlauf wird auch eine gezielte Befragung der Bevölkerung vorgesehen. Auf die Debatte und die Reaktionen der Sinziger Bürger darf man indes gespannt sein. Die Aktivgemeinschaft jedenfalls hat ihre Mitglieder ausdrücklich auf die die Ausschusssitzung hingewiesen und wegen der hohen Relevanz besonders für die innerstädtischen Unternehmen eine „rege Teilnahme“ empfohlen.

Manfred Ruch
Grafiken: Sitzungsvorlage

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